Anfang-zu-Ende-Beziehung (SF)

Die Anfang-zu-Ende-Beziehung (englisch Start-to-Finish, SF) ist eine logische Anordnungsbeziehung im Terminplan, bei der eine Nachfolgeraktivität erst abgeschlossen werden kann, wenn ihre Vorgängeraktivität begonnen hat. Von den vier Beziehungsarten der Vorgangsknotennetzplan-Methode ist sie die mit Abstand seltenste.

Wie die Beziehung in der Praxis funktioniert

Der Anfang des Vorgängers steuert hier das Ende des Nachfolgers. Das klassische Beispiel ist eine Systemablösung: Der Vorgang „Altsystem betreiben“ darf erst enden, wenn der Vorgang „Neues System in Betrieb nehmen“ begonnen hat, sonst entsteht eine Versorgungslücke. Dasselbe Muster gilt für Schichtübergaben: Die Nachtschicht endet erst, wenn die Frühschicht angetreten ist. In Planungswerkzeugen wird die Beziehung oft mit einem zeitlichen Versatz (Lag) kombiniert, um Übergabefenster abzubilden.

Einordnung im PMBOK Guide (8. Ausgabe)

Die 8. Ausgabe nennt vier Arten logischer Anordnungsbeziehungen: die Normalfolge (Ende-zu-Anfang, FS), Ende-zu-Ende (FF), die Anfang-zu-Anfang-Beziehung (SS) und Anfang-zu-Ende (SF). Die Normalfolge ist die häufigste Form, die Anfang-zu-Ende-Beziehung wird nur sehr selten verwendet. Mehrfachbeziehungen zwischen denselben zwei Vorgängen und geschlossene Schleifen im Netzplan gelten als nicht empfehlenswert.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich SF von der Normalfolge (FS)?

Bei der Normalfolge (Ende-zu-Anfang) steuert das Ende des Vorgängers den Anfang des Nachfolgers. Bei SF ist es umgekehrt: Der Anfang des Vorgängers bestimmt, wann der Nachfolger enden darf.

Warum wird die Anfang-zu-Ende-Beziehung so selten genutzt?

Sie ist intuitiv schwer zu lesen und fehleranfällig in der Pflege. In den meisten Fällen lässt sich dieselbe Logik durch Umformulieren der Vorgänge mit FS- oder SS-Beziehungen klarer abbilden. Viele Organisationen verbieten SF deshalb in ihren Terminplanungsrichtlinien ganz.

Autor: Tom, seit 2004 PMP-zertifiziert. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026