Lieferantenauswahlkriterien (englisch source selection criteria) sind die im Beschaffungsprozess festgelegten Maßstäbe, nach denen eingehende Angebote bewertet und der geeignetste Anbieter ausgewählt wird. Sie machen die Vergabeentscheidung nachvollziehbar und schützen sie vor Willkür.
In der Praxis
Typische Kriterien sind der Preis, die technische Eignung und Lösungskompetenz, Referenzen und Erfahrung, die Liefer- und Kapazitätsfähigkeit, die finanzielle Stabilität des Anbieters sowie Garantie- und Serviceleistungen. Bei einfachen Standardleistungen kann der Preis allein ausreichen; bei komplexen Leistungen werden mehrere Kriterien gewichtet und in einem Bewertungsschema (Scoring-Modell) zusammengeführt. Die Kriterien werden vorab in der Angebotsanfrage (RFP) kommuniziert, damit alle Bieter die gleichen Anforderungen kennen.
Einordnung in den PMBOK Guide 8
Der PMBOK Guide 8 behandelt die Beschaffung innerhalb der Leistungsdomäne Lieferung. Auswahlkriterien und die Analyse der Lieferantenauswahl gehören zu den Werkzeugen, mit denen ein Projekt den passenden Vertragspartner bestimmt. Die Auswahl ist Teil des übergeordneten Beschaffungsmanagements.
Häufige Fragen
Wer legt die Kriterien fest? In der Regel das Projektteam gemeinsam mit dem Einkauf, oft schon in der Planung der Beschaffung.
Müssen alle Kriterien gleich gewichtet werden? Nein. Übliche Praxis ist eine Gewichtung nach Bedeutung, sodass etwa technische Eignung stärker zählt als der reine Preis.
Autor: Tom, seit 2004 PMP-zertifiziert. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026.