Project Management Professional (PMP) ist die bekannteste Zertifizierung des Project Management Institute (PMI). Sie richtet sich an Menschen, die Projekte bereits leiten, nicht an Einsteiger, und weist nach, dass jemand Projekte unabhängig von Branche und Vorgehensmodell führen kann.
Der deutsche Sprachgebrauch übersetzt den Namen nicht. PMP ist eine geschützte Bezeichnung des PMI und bleibt auch in deutschen Texten englisch.
Voraussetzungen
Vor der Prüfung steht ein Antrag, in dem Berufserfahrung und Weiterbildung nachgewiesen werden. Das PMI verlangt eine der folgenden Kombinationen aus Ausbildung und Erfahrung:
- Hochschulabschluss (Bachelor oder höher) und drei Jahre Erfahrung in der Projektleitung
- Abschluss eines PMI-akkreditierten Studiengangs (GAC) und zwei Jahre Erfahrung
- Associate Degree oder vergleichbarer berufsbildender Abschluss und vier Jahre Erfahrung
- Schulabschluss ohne Studium und fünf Jahre Erfahrung
Dazu kommen 35 Stunden formale Projektmanagement-Schulung. Die Erfahrung muss in den letzten zehn Jahren liegen, parallel laufende Projekte werden nicht doppelt gezählt, und jedes Projekt wird im Antrag einzeln aufgeführt. Stichprobenartig prüft das PMI die Angaben nach.
Die Prüfung
Die Prüfung besteht aus 180 Fragen in 240 Minuten, unterbrochen von zwei Pausen zu je zehn Minuten. Die Fragen verteilen sich auf drei Domänen: Menschen mit 33 Prozent, Prozesse mit 41 Prozent und Geschäftsumfeld mit 26 Prozent. Abgelegt wird sie im Testzentrum oder online unter Aufsicht, Deutsch ist eine der verfügbaren Prüfungssprachen.
Geprüft wird nicht das Auswendiglernen einer Prozessliste, sondern situatives Entscheiden in plangetriebenen, hybriden und agilen Projekten. Der PMBOK Guide ist Referenzwerk, aber keine Prüfungsvorlage. Was sich mit der jüngsten Prüfungsversion geändert hat, steht in unserem Beitrag zur neuen PMP-Prüfung.
Erhaltung des Zertifikats
Die Zertifizierung läuft nicht unbegrenzt. Wer sie behalten will, sammelt in jedem Dreijahreszyklus 60 Professional Development Units (PDUs). Eine PDU entspricht einer Stunde, die in Lernen, Lehren, Vorträge, Fachlektüre oder ehrenamtliche Mitarbeit geflossen ist.
Lohnt sich das
Der ehrliche Nutzen liegt in zwei Punkten. Erstens ist PMP in Ausschreibungen und Stellenprofilen international ein anerkanntes Filterkriterium, gerade im angelsächsischen Raum. Zweitens zwingt die Vorbereitung dazu, das eigene Vorgehen einmal gegen einen vollständigen Bezugsrahmen zu halten, statt nur die Gewohnheiten des eigenen Hauses fortzuschreiben. Was sie nicht leistet: Ein Zertifikat ersetzt keine Projekterfahrung, und in vielen deutschen Unternehmen zählt eine belegbare Projekthistorie mehr als das Kürzel hinter dem Namen.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich PMP von CAPM?
CAPM richtet sich an Einsteiger und verlangt keine Leitungserfahrung. PMP setzt nachgewiesene Jahre in der Projektleitung voraus. Eine aktive CAPM-Zertifizierung deckt zugleich die 35 Schulungsstunden für den PMP-Antrag ab.
Ist PMP nur für plangetriebene Projekte?
Nein. Die Prüfung deckt plangetriebene, hybride und agile Vorgehensweisen ab und ist bewusst nicht an eine einzelne Methode gebunden.
Was kostet die Prüfung?
Die Gebühren unterscheiden sich zwischen PMI-Mitgliedern und Nichtmitgliedern und werden vom PMI angepasst. Verlässlich ist nur der Stand auf der Anmeldeseite des PMI zum Zeitpunkt des Antrags, deshalb nennen wir hier bewusst keine Zahl.
Autor: Tom, seit 2004 PMP-zertifiziert. Zuletzt aktualisiert: August 2026.