Sekundärrisiko

Ein Sekundärrisiko ist ein Risiko, das als direkte Folge der Umsetzung einer Risikobewältigungsmaßnahme entsteht. Wer ein Risiko behandelt, schafft damit unter Umständen ein neues: Die Antwort auf Risiko A erzeugt Risiko B.

Ein Beispiel: Ein Team lagert eine riskante Eigenentwicklung an einen Dienstleister aus, um das technische Risiko zu übertragen. Damit entsteht ein neues Risiko, nämlich die Abhängigkeit vom Lieferanten, etwa bei Qualität oder Termintreue. In der Praxis werden Sekundärrisiken bei der Planung der Risikobewältigung identifiziert, im Risikoregister dokumentiert und wie jedes andere Risiko bewertet und überwacht, gegebenenfalls mit eigenem Rückfallplan.

Im Glossar des PMBOK Guide der 8. Edition ist der Begriff nicht mehr eigens aufgeführt, das Konzept steckt aber weiter in der Risikoarbeit: Bewältigungsmaßnahmen sollen auf Nebenwirkungen geprüft werden, bevor sie umgesetzt werden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sekundärrisiko und Restrisiko?

Das Restrisiko ist der Teil des ursprünglichen Risikos, der nach der Maßnahme übrig bleibt. Das Sekundärrisiko ist ein neues Risiko, das erst durch die Maßnahme entsteht.

Müssen Sekundärrisiken immer behandelt werden?

Nein. Sie werden wie alle Risiken bewertet. Ist das Sekundärrisiko klein gegenüber dem behandelten Ursprungsrisiko, reicht oft bewusstes Akzeptieren. Ist es größer als das Ursprungsrisiko, taugt die geplante Maßnahme nichts.

Autor: Tom, seit 2004 PMP-zertifiziert. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026