Spezifikationsgrenzen

Spezifikationsgrenzen (englisch specification limits) sind der obere und der untere Wert, innerhalb dessen ein Merkmal eines Produkts als akzeptabel gilt. Sie werden aus den Anforderungen der Kunden abgeleitet und geben vor, welche Abweichungen vom Sollwert noch zulässig sind.

Anwendung in der Praxis

Spezifikationsgrenzen sind vom Kunden oder aus der Spezifikation vorgegeben, sie beschreiben die „Stimme des Kunden“. Davon strikt zu trennen sind die Eingriffsgrenzen einer Regelkarte, die aus dem Prozess selbst berechnet werden und die „Stimme des Prozesses“ wiedergeben. Diese Unterscheidung ist zentral: Ein Prozess kann statistisch stabil laufen und trotzdem außerhalb der Spezifikationsgrenzen liegen, wenn seine natürliche Streuung größer ist als der zulässige Bereich. Wie gut Prozessstreuung und Spezifikationsgrenzen zusammenpassen, wird über Prozessfähigkeitskennzahlen bewertet.

Einordnung in PMBOK 8

Im PMBOK Guide der 8. Auflage gehören Spezifikationsgrenzen zur Qualitätsarbeit in der Leistungsdomäne Lieferung. Sie hängen eng mit der Spezifikation und der Konformität zusammen und stehen der Analyse spezieller Ursachen gegenüber.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Spezifikations- und Eingriffsgrenzen? Spezifikationsgrenzen kommen vom Kunden und definieren die Anforderung. Eingriffsgrenzen kommen aus dem Prozess und zeigen dessen Stabilität.

Wer legt Spezifikationsgrenzen fest? Sie ergeben sich aus den Anforderungen und der Spezifikation, also aus Kundensicht, nicht aus dem laufenden Prozess.

Autor: Tom, seit 2004 PMP-zertifiziert. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026