Weiche Logik (englisch Soft Logic) bezeichnet Abhängigkeiten zwischen Vorgängen im Terminplan, die nicht zwingend sind, sondern auf Erfahrung, bewährter Praxis oder einer bewussten Entscheidung des Teams beruhen. Der offizielle Begriff dafür ist Ermessensabhängigkeit (Discretionary Dependency); weiche Logik und „bevorzugte Logik“ sind gebräuchliche Synonyme.
In der Praxis entsteht weiche Logik zum Beispiel, wenn ein Team Gewerke nacheinander einplant, obwohl sie technisch parallel laufen könnten, weil das die Qualitätssicherung erleichtert oder Ressourcen schont. Das Gegenstück ist die harte Logik (Mandatory Dependency): Ein Fundament muss aushärten, bevor die Wände gemauert werden. Beim Festlegen der Vorgangsfolge sollten Teams dokumentieren, welche Anordnungsbeziehungen, etwa eine Ende-zu-Anfang-Beziehung, auf harter und welche auf weicher Logik beruhen. Denn nur weiche Abhängigkeiten lassen sich auflösen, wenn der Terminplan verdichtet werden muss, etwa durch Fast Tracking.
Der PMBOK Guide in der achten Auflage unterscheidet bei Abhängigkeiten weiterhin zwischen zwingenden Abhängigkeiten und Ermessensabhängigkeiten, jeweils in interner oder externer Ausprägung. Ermessensabhängigkeiten werden dort ausdrücklich auch als bevorzugte Logik oder weiche Logik bezeichnet und sollten überprüft werden, wenn Terminreserven knapp werden.
Häufige Fragen
Warum ist die Unterscheidung zwischen harter und weicher Logik wichtig?
Weil sie den Handlungsspielraum bei Terminproblemen bestimmt. Harte Abhängigkeiten sind unverhandelbar, weiche lassen sich umstellen oder parallelisieren. Wer sie nicht dokumentiert, verschenkt Beschleunigungspotenzial oder riskiert umgekehrt, eine zwingende Abhängigkeit zu verletzen.
Woran erkenne ich eine Ermessensabhängigkeit?
An der Frage: Könnte der Nachfolger technisch auch früher oder parallel beginnen? Wenn ja und die Reihenfolge nur auf Präferenz, Erfahrung oder Ressourcenlage beruht, handelt es sich um weiche Logik.
Hat weiche Logik Nachteile?
Sie kann den kritischen Pfad künstlich verlängern und Pufferzeiten verstecken. Deshalb gehört jede Ermessensabhängigkeit regelmäßig auf den Prüfstand, besonders wenn das Projekt unter Termindruck steht.
Autor: Tom, seit 2004 PMP-zertifiziert. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026.