Ein Zeit- und Materialvertrag (Time and Material, T&M) ist eine hybride Vertragsform, die Elemente des Festpreis- und des Selbstkostenerstattungsvertrags verbindet. Der Auftraggeber vergütet die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden zu vereinbarten Sätzen sowie die verbrauchten Materialien, ohne dass der Gesamtumfang zu Vertragsbeginn feststeht.
In der Praxis
T&M-Verträge eignen sich, wenn der Leistungsumfang bei Vertragsschluss noch nicht genau beschrieben werden kann, etwa bei Beratung, Personalaufstockung oder Wartung. Um das offene Kostenrisiko zu begrenzen, vereinbaren erfahrene Auftraggeber eine Obergrenze (Not-to-Exceed) und feste Sätze über die Laufzeit. Ohne Deckelung trägt der Käufer das Kostenrisiko, weil der Auftragnehmer wenig Anreiz zur Effizienz hat.
Einordnung im PMBOK 8
Der PMBOK Guide führt den Zeit- und Materialvertrag neben Festpreis- und Selbstkostenerstattungsverträgen als eine der grundlegenden Vertragsarten. Die Wahl der Vertragsart ist Teil des Beschaffungsmanagements und richtet sich nach der Klarheit des Leistungsumfangs und der Risikoverteilung zwischen Käufer und Verkäufer.
Häufige Fragen
Wann ist ein T&M-Vertrag sinnvoll?
Wenn der Umfang unklar ist und schnell begonnen werden soll, ein Festpreis aber zu riskant und eine reine Selbstkostenerstattung zu offen wäre.
Wie begrenzt man das Kostenrisiko?
Durch eine Kostenobergrenze (Not-to-Exceed) und eine zeitliche Befristung der vereinbarten Sätze. Grundlage bleibt eine klare Leistungsbeschreibung (SOW).
Autor: Tom, seit 2004 PMP-zertifiziert. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026